Ultraschalldiagnostik

Der Ultraschall ist eine moderne bildgebende Methode. Er dient zur erweiterten Untersuchung bei verschiedenen gynäkologischen Erkrankungen. In der Schwangerschaft ist der Ultraschall die Methode zur Terminbestimmung, zur Bestätigung des normalen Wachstumsverlaufs und zur Missbildungsdiagnostik. Der Ultraschall ist ungefährlich und braucht keine Röntgenstrahlen.

Je nach Organ und Fragestellung werden verschiedene Untersuchungstechniken und unterschiedliche Sonden verwendet.

Ultraschall in der Schwangerschaft

  • ab der 12. SSW durch die Bauchdecken
  • Bestätigen des normalen Schwangeschaftsverlaufs
  • Risikoberechnung für Chromosmenstörungen (Down Syndrom/Mongolismus)
  • Erkennen von Missbildungen, Plazentalokalisation, Lagekontrolle
  • Beurteilen des fetalen Befindens (Fruchtwassermessung, Kindsbewegungen)

 

4 D Ultraschall

  • Ergänzende Untersuchung, wirklichkeitsnahe dreidimensionale Bilder
  • Benötigt gute Bedingungen (ideale Lage des Kindes, Fruchtwassermenge)
  • Bringt meist keine zusätzliche Information (z.B. Missbildungen)

Dopplerultraschall

  • Dient zur Beurteilung des Gefässverlaufes (Strömungsgeschwindigkeit und Wiederstand in den Gefässen, "Plazentafunktion")
  • Risikoabschätzung zur Früherkennung der Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie)
  • Erweiterte Missbildungsdiagnostik (speziell fetales Herz)

Ultraschall durch die Bauchdecke

  • Beurteilung der Nieren und der Leber
  • Beurteilen des inneren Genitales, wenn eine vaginale Untersuchung nicht möglich ist (benötigt eine volle Harnblase)

Ultraschall von vaginal

  • Bietet die beste Beurteilung des inneren Genitales
  • Differenzierte Beurteilung der Ovarien, der Gebärmutter und der Gebärmutterschleimhaut
  • Ueberwachung der Eierstockfunktion und Gebärmutter bei Sterilitätsbehandlung
  • Beurteilung der Frühschwangerschaft, Ausschluss einer Eileiter- Schwangerschaft, Mehrlingsdiagnostik, Abklärung bei Verdacht auf Fehlgeburt
  • Beurteilung der Gebärmutterhalslänge bei Frühgeburtlichkeitsbestrebung

Ultraschall der Brust

  • Differenzierung von auffälligen Befunden in der Mammographie
  • Schnelle und röntgenfreie Beurteilung von Veränderungen der Brust (Zysten, Knoten)
  • Ultraschallgesteuerte Punktionen von verdächtigen Herden

Einschränkungen der Ultraschalldiagnostik bei Schwangeren

Die ganz überwiegende Mehrzahl aller Schwangerschaften verläuft ohne Probleme und es werden gesunde Kinder geboren. Nur 2-4% aller Neugeborenen zeigen bei Geburt körperliche Besonderheiten. Mit den modernen bildgebenden Methoden und ergänzenden Untersuchungen können viele der angeborenen schwerwiegenden Störungen bereits vor der Geburt erkannt werden.

Allerdings kann keine diagnostische Methode alle bestehenden Besonderheiten oder Fehlbildungen erkennen, auch der vorgeburtliche Ultraschall nicht. Unter günstigen Schallbedingungen werden beim detaillierten („eingehenden“ oder Organ-) Ultraschall mit ca. 20 Wochen bis 80% der schwerwiegenden körperlichen Besonderheiten erkennbar.

Die Rate der durch Ultraschall erkennbaren chromosomalen Störungen wie z.B. des Down-Syndromes (Trisomie 21, früher „Mongolismus“ genannt) ist aber deutlich geringer; jedoch kann das sogenannte Erst-Trimester-Screening (Ultraschall zwischen 11 und 14 Wochen mit Untersuchung einer mütterlichen Blutprobe) ebenfalls ca. 80% der von Down-Syndrom betroffenen Fälle erkennen. Glücklicherweise sind chromosomale Störungen selten: Sie betreffen im Mittel nur eine von 400 Schwangeren, kommen aber bei älteren Schwangeren häufiger vor.

Bei auffälligen oder unklaren Befunden können sich für die Eltern sehr belastende Situationen ergeben, die wir durch eingehende Beratung vor, bei und nach der Diagnostik zu mildern versuchen.

Wenn eine kindliche Besonderheit erkannt wurde, organisieren wir zusätzliche Beratungen der Eltern zusammen mit Ultraschallspezialisten, Neonatologen und Kinderkardiologen. Es geht dabei auch um die richtige Wahl der Geburtsklinik, in deren Nähe eine entsprechend ausgerüstete Kinderchirugie und Neonatologie vorhanden ist. Damit sind wir in der Lage für das Neugeborene die bestmögliche Betreuung im Voraus zu planen.